Wieder einmal turbulente Zeiten für die von Krisen und Rücktritten geprägte Wienerwaldstadt Purkersdorf (vielen auch bekannt als Stadt „Block West“). Der für viele überraschend gekommene Rücktritt von SPÖ-Bürgermeister Stefan Steinbichler hat nicht nur viele Parteifreunde, sondern auch Opposition und Bewohnerinnen verwundert zurückgelassen.
Nach dem ersten gescheiterten Versuch, eine neue Bürgermeisterin im Schnelldurchgang zu wählen, will man nun versuchen, die Bevölkerung am Prozess teilnehmen zu lassen. In einem neuartigen Reality-TV-Format sollen sich bald mehrere Kandidatinnen über Wochen hinweg in einem Kindergarten-Container einfinden und rund um die Uhr mit Kameras überwacht werden. Der Livestream aus dem sogenannten Containerhaus „Big BürgermeisterIn“ soll 24/7 auf der Homepage der Stadtgemeinde live übertragen werden.
Mini-Spiele und Voting über App
Um die Skills, die man als BürgermeisterIn benötigt, vorab abzutesten, werden die KandidatInnen in mehreren Mini-Spielen gegeneinander antreten. Das Publikum kann dann Woche für Woche AnwärterInnen über die App Gem2Go aus dem Container wählen. Folgende Disziplinen sind bereits vorab geleakt und Purkersdorf.Online bekannt:
- Heiteres Händchen-Quetschen: Wie jeder weiß, kann nur jemand guter Bürgermeister sein, der einen kräftigen Handschlag hat. Je fester die TeilnehmerInnen die Hände ihres Gegenübers zerquetschen und deformieren können, desto mehr Punkte bekommen sie in der Wertung.
- Trachten-Trubel: Hier gilt es, sich in eine Menschenmenge von Trachtenträgern wie ein Chamäleon einzugliedern und anzupassen. Wer zuletzt im Trubel ausfindig gemacht wird, gewinnt die meisten Punkte.
- Betoniert wird: Gemeinsam müssen die KandidatInnen in kurzer Zeit die noch vorhandenen Grünflächen in der Stadt umwidmen und asphaltieren. Bonuspunkte gibt es, wenn der Bauträger zufällig im selben Sandkasten wie der Gemeinderat gespielt hat.
- Gebühren–Roulette: Wer die kreativsten Ideen für Gebührenerhöhungen findet, gewinnt dieses Minispiel. Bonuspunkte für saftige Einschnitte bei Pensionisten, Familien und Alleinerziehenden.
- Boomer-Bingo: In diesem Spiel geht es darum, möglichst viele sentimentale Boomer durch gezielte Austropop-Events auf den Hauptplatz zu locken und in eine Mischung aus Euphorie und Depression zu versetzen. Sonderpunkte für die Nennung der Namen „Falco“ oder „Danzer“.
Präsentation der Ergebnisse 2030
Die Ergebnisse des Votings sollen laut Aussagen dann spätestens im Jahr 2030 veröffentlicht und in den einzelnen Ausschüssen vertraulich behandelt werden. Bis dahin soll ein Partizipations-Stopp in der Gemeinde verhängt werden, um lästige Zwischenrufe oder Anfragen seitens der Medien oder der Opposition im Zaum zu halten.

